Prüfungen bestehen, die mit Kronen belohnt werden
MIKE B I C K L E
Originaltitel: Enduring Tests that Lead to Receiving Crowns. Übersetzt von Lydia Farricelli, April 2011 (mit Genehmigung zur Bearbeitung und Weitergabe)
Himmel und Erde zusammenführen
Das Herzstück von Gottes ewigem Plan ist es, den Himmel und die Erde zusammenzufügen. a
Eph. 1,9-10: Er hat uns ja das Geheimnis seines Willens zu erkennen gegeben nach seinem Wohlgefallen, das er sich vorgenommen hat in ihm für die Verwaltung bei der Erfüllung der Zeiten; alles zusammenzufassen in dem Christus, das, was in den Himmeln, und das, was auf der Erde ist - in Ihm.
Wenn wir nicht verstehen, was auf Gottes Agenda ist, stellen wir uns unsere Zukunft nebulös vor, als ob jetzt unsere Hauptaktionszeit wäre und wir uns dann Billionen Jahre lang nur entspannen, auf Wolken herumschweben und Harfe spielen würden. Genau das Gegenteil ist der Fall.
Im zukünftigen Zeitalter wird unser Dienst bei weitem dynamischer und aufregender sein. Wir werden einen physischen auferstandenen Leib haben und in der Regierung der Erde involviert sein. Die Schrift macht klar, dass Jesus bei seiner Wiederkunft den Himmel auf die Erde bringt und den himmlischen Bereich mit dem irdischen Bereich zusammenfügt. In dieser Stunde werden wir das Leben in ihrer Fülle leben. Wir werden Nahrung zu uns nehmen, Unterhaltungen haben, wir werden lehren, wir werden uns an die Vergangenheit erinnern und einander unsere Lebensgeschichten erzählen. Wir werden neue Informationen entdecken und mitwirken, alles in Gottes Ordnung zu bringen. In allen Bereichen des Lebens wird eine neue Infrastruktur errichtet. Je nach Treue in unserem jetzigen Leben werden wir dabei Tätigkeiten zugewiesen bekommen. Die Treuesten werden die wichtigsten Aufgaben bekommen und diese Billionen von Jahre lang ausüben.
Belohnt am Richterstuhl Gottes
In 2. Kor. 5,10 steht, dass wir alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen werden.
Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses.
Mit „Richterstuhl“ ist eine Art Schiedsrichterstuhl („BEMA-Seat“) gemeint, von wo aus bei den Olympischen Spielen die Goldmedaillen verliehen wurden. Vor diesem Stuhl werden wir alle einmal erscheinen und der Richter wird uns belohnen für unser Leben auf der Erde. Dies ist nicht der Ort, an dem über unsere Errettung entschieden wird. Diese ist uns sicher. Am Richterstuhl Gottes bekommen wir unsere Aufgabe zugewiesen, die wir während der ganzen Ewigkeit haben werden.
1.Kor.4,5: So verurteilt nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbaren wird! Und dann wird jedem sein Lob werden von Gott.
Es kommt also ein Tag, an dem die verborgenen Geheimnisse meines Herzens ans Licht kommen werden. Hier geht es um meine geheime Treue, meine bisher verborgene Gerechtigkeit, das tiefe Verlangen meines Herzens, Gott zu gefallen, obwohl ich nicht in der Lage war, es 100 % auszuleben. Wir werden nach den Absichten unseres Herzens belohnt, nach unseren Worten und Taten. Aber sogar das Verlangen unseres Herzens ist Gott wichtig. Ist dir aufgefallen, dass du Lob bekommen wirst, nicht Tadel, wenn Gott das Verlangen deines Herzens anschaut? Im ersten Moment erschrickst du beim Lesen dieses Verses und denkst: „Jetzt kommt alles raus, was ich vermasselt habe.“ Nein, es kommt raus, was niemand bemerkt hat, wofür niemand dich gelobt hat.
Es lohnt sich, Versuchungen zu widerstehen
Jak. 1,12: Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.
Gott verspricht, denjenigen, der Versuchung erduldet, mit der Krone des Lebens zu belohnen. Versuchung muss ausgehalten werden, besonders die Versuchung, Kompromisse zu machen, stolz zu werden, was uns permanent herausfordert. Wir sollen im Gehorsam ausdauernd bleiben und der Faulheit widerstehen, der Habsucht die Stirn bieten, der Eigensinnigkeit und Unnachgiebigkeit ebenso, dem Stolz unseres Herzens trotzen und unsere Zunge unter Kontrolle behalten, anstatt all die Dinge auszuposaunen, über die lieber Buße getan werden sollte, als sie laut auszusprechen. Wir müssen ausdauernden Widerstand entwickeln gegen diese Angriffe sündiger Lüste gegen unser Herz. Jakobus sagt hier: Du sollst das treu und ausdauernd tun, nicht nur während einer Sommerfreizeit, sondern über Jahre hinweg. Niemand schafft das in perfekter Weise. Er spricht hier nicht über sündlose Perfektion, sondern eine rigorose Entschlossenheit, echt vor Gott zu sein auf der Ebene des Herzens. Hier geht es nicht um Errettung, sondern darum, dass Gott dich für bewährt befindet, dir im zukünftigen Zeitalter eine Regierungsaufgabe mit Autorität zu geben, für die man eine Krone bekommt.
Eine Krone bekommt nicht jeder Wiedergeborene
Ich nehme an, dass die meisten Gläubigen keine Krone erhalten werden. Nicht jeder Wiedergeborene bekommt automatisch eine Krone. Aber einige Millionen von den ca. 2 - 3 Billionen Christen, die nach der großen Ernte im Reich Gottes sind, werden wohl eine Krone bekommen. Kronen werden nur durch direkte Bestätigung und Anordnung des HERRN selbst ausgegeben, um Aufgaben mit Autorität zu kennzeichnen. Kronen sind nicht eine gewöhnliche Anerkennung für Zugehörigkeit zum Reich Gottes, sondern sie sind Auszeichnungen für Leute, die besonders treu waren in Gerechtigkeit auf der Erde und die wichtige Aufgaben zugewiesen bekommen. Wir haben alle Vergebung bekommen, die wir ins Reich Gottes gekommen sind, aber hier geht es um etwas anderes.
Eine Krone ist eine Auszeichnung für Liebe zu Jesus
Jakobus sagt, dass Gott den Siegeskranz des Lebens denen geben wird, die ihn lieben. Der Herr nimmt es persönlich, wenn du Stolz und Halsstarrigkeit widerstehst und Faulheit und Begehrlichkeit und Beleidigtsein und Klagen widerstehst. Er weiß, dass du ihm gegenüber Liebe zum Ausdruck bringst, wenn du das nicht tust um seinetwillen. Der Herr beobachtet alles und erinnert sich an alles. Sogar der langweiligste Routinetag, an dem du Versuchungen dieser Art widerstanden hast, wird zum herrlichsten Tag in den Augen Gottes. Er wird in Erinnerung gebracht werden und dein Leben wird gekrönt wegen solch einem Tag. Wenn auch nicht viel Aufregendes passiert in den nächsten Tagen, an das du dich in ein paar Jahren noch erinnerst, so werden doch deine Herzensentscheidungen in der Gegenwart Gottes für immer in Erinnerung gebracht.
Die Krone des Lebens
Es gibt neun Erwähnungen darüber, dass ein Gläubiger eine Krone vom HERRN erhalten wird. Die Krone hat drei verschiedene Bezeichnungen. Ich glaube, dass es sich hierbei um dieselbe Krone handelt mit verschiedenen Nuancen. Sie wird von Jakobus die Krone des Lebens genannt, auch Krone der Gerechtigkeit und Krone der Herrlichkeit.
Die Krone des Lebens bezieht sich auf unsere Fähigkeit, in der Auferstehung das Leben und die Herrlichkeit Gottes anderen zu vermitteln oder zu übertragen. Wenn jemand eine Krone des Lebens bekommt, reflektiert das seine Fähigkeit, das Leben Gottes, seine Gegenwart und seine Salbung zu erfahren. Das Leben Gottes ist gleichbedeutend mit der Herrlichkeit Gottes und das Leben Gottes ist auch gerecht. Daher glaube ich, dass es ein und dasselbe ist.
Wenn die ewige Stadt auf die Erde kommt, wird es einen sehr physisch-materieller Bereich unseres ewigen Lebens geben, und wir werden auch gleichzeitig alle Qualitäten des Auferstehungslebens im übernatürlichen Bereich haben. Wenn wir das einmal erleben, werden wir Gott außerordentlich dankbar sein für unser Leben und davon begeistert sein. Der größte Teil des Leibes Christi hat keine Ahnung davon, wo Gläubige nach dem Tod hingehen werden und was aus uns wird in der Auferstehung. Es ist absolut unbeschreiblich und herrlich, wie Paulus uns sagt.
Unterschiedliche Herrlichkeit
1.Kor.15,40-42: Und es gibt himmlische Leiber und irdische Leiber. Aber anders ist der Glanz der himmlischen, anders der der irdischen; ein anderer der Glanz der Sonne und ein anderer der Glanz des Mondes und ein anderer der Glanz der Sterne, denn es unterscheidet sich Stern von Stern an Glanz. So ist auch die Auferstehung der Toten.
Genauso wie jeder Stern sich vom anderen unterscheidet, so unterschiedlich werden die Gläubigen sein in ihrer Kapazität, sowohl Herrlichkeit zu erfahren als auch Herrlichkeit weiterzugeben. Wisst ihr, dass es viele geben wird, die eine Lehrgabe haben werden im zukünftigen Reich? Viele Heilige werden dann andere Heilige lehren und sogar die Engel. Wir wissen von Petrus, dass die Engel auf die Gemeinde schauen, um herauszukriegen, was vor sich geht.
1.Petr.1,12: Ihnen wurde es offenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern euch dienten im Blick auf das, was euch jetzt verkündet worden ist durch die, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, in welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren.
Viele werden anderen Heiligen und auch Engeln prophezeihen, zu ihnen sprechen, sie trainieren, Und es wird viele verschiedene Facetten der Regierung und der Dienerschaft geben in der himmlischen Infrastruktur, die sich dann auf der Erde befindet. Auch die Kapazität jedes einzelnen, Gott zu erfahren, wird zunehmen durch die ganze Ewigkeit hindurch. So wie auch jetzt einige Gläubige das Leben Gottes und Offenbarung auf einer höheren Ebene weitergeben können als andere, so unterschiedlich werden auch die Fähigkeiten im ewigen Reich sein.
Zweierlei Kronen: Diadem und Siegeskranz
Es gibt zwei griechische Wörter, die die beiden Arten von Kronen beschreiben. Es gibt das DIADEM, das ist die Krone eines Regenten und den SIEGESKRANZ (stephanos), wie hier bei Jakobus. Dies ist die Krone, die in den griechischen Spielen ein Athlet bekam für den Sieg in einem Wettkampf oder einem Rennen. Ein König erbte gewöhnlich seine Krone, aber ein Athlet verdiente sich den Siegeskranz durch harte Arbeit und Strebsamkeit und Wetteifer. Bei uns ist es nicht so, dass wir gegeneinander konkurrieren, sondern wir erringen einen Sieg unseres Herzens über unser Fleisch.
Lege jede Bürde beiseite
Hebr.12,1-4: Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und in euren Seelen ermattet! Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden ...
Wir sollen jede Bürde, jede Last, jedes Gewicht wie auch jede uns verführende Sünde ablegen, weil wir in einem Wettlauf laufen. Bei Sünde ist uns das klar, aber wie sieht es mit Bürden aus? Kein Marathonläufer würde Gewichte um sein Fußgelenk binden. Gewichte sind Dinge, die in sich selbst legitim sind, aber nicht helfen, das Rennen zu gewinnen, d.h. das geistliche Leben eher verlangsamen als vorwärts bringen. Viele Christen strengen sich hochgradig an, Bibelverse zu finden, die beweisen, dass Gewichte nicht schlimm sind vor Gott. Hier müssen besonders Verse über Gnade herhalten. Der Siegespreis, den es in unserem Wettlauf zu gewinnen gilt ist, in die höchste Berufung zu kommen, die Gott für uns hat.
Hast Du eine Vision über das Grab hinaus?
Wir laufen in einem lebenslangen Wettlauf. Wenn wir auf richtige Art und Weise laufen, erhalten wir den Preis, in das höchste Potenzial unserer Berufung, das Gott für uns hat, hineinzukommen. Überlege einmal: Hast du eine artikulierbare Vision für dein ewiges Leben, die du vor dem Richterstuhl Gottes vorbringen kannst? Viele Menschen haben eine Vision für ihr irdisches Leben von vielleicht 70 Jahren. Hast du eine Vision für die Billionen von Jahren nach deinem Erdenleben? Meinst du, es ist nicht wichtig, dafür eine Vision zu haben? Viele schlagen ihre ewige Zukunft in den Wind, obwohl sie sehr wohl von ihren Entscheidungen hier in diesem Leben abhängt. Unsere zukünftige Aufgabe als Wiedergeborene ist teilweise hineingewoben in unsere Entscheidungen hier in diesem Zeitalter. Viele Gläubige stecken große Energie in das Finden von Ausreden, wie sie aussteigen können, hart zu arbeiten und sich anzustrengen, anstatt durch die Gnade Gottes Wege zu finden, anstrengende Aufgaben zu meistern. Das liegt daran, dass sie keine Vision über das Grab hinaus haben. Sie wollen wohl zu den Perlentoren gelangen, aber weiter denken sie nicht. Die Menschen in der Schrift hatten eine klare Vision über das Grab hinaus. Hast du eine Vision für deine ewige Berufung im zukünftigen Zeitalter? Wenn nicht, warum nicht? Wenn Du eine hast, dann wird Zeit und Geld in diesem Leben auf der Erde einen wesentlich anderen Stellenwert bekommen. Wenn du keine Vision hast, läufst du einfach im allgemeinen Strom mit und wenn der Leib Christi um dich herum dich gut findet, ist das genug für dich und wenn die anderen nicht gut finden, was du tust, dann tust du dein Ding im Verborgenen. Geliebte, das ist keine klare Vision für deine wenigen Momente auf dieser Erde.
Freue dich über Prüfungen
Kronen werden ausschließlich Überwindern gegeben, den Treuen.
Jak.1,1-12: Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet, indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt. Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem HERRN empfangen werde, ist er doch ein wankelmütiger Mann, unbeständig in allen seinen Wegen. Der niedrige Bruder aber rühme sich seiner Hoheit, der reiche aber seiner Niedrigkeit; denn wie des Grases Blume wird er vergehen. Denn die Sonne ist aufgegangen mit ihrer Glut und hat das Gras verdorren lassen, und seine Blume ist abgefallen, und die Zierde seines Ansehens ist verdorben; so wird auch der Reiche in seinen Wegen dahinschwinden. Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.
Jakobus sagt hier, dass Prüfungen die Qualität hervorbringen, die dich für den Siegeskranz qualifizieren. Ohne Druck wirst du nicht die notwendige Treue und Ausdauer produzieren. Das Problem ist, dass die Menschen ihre Prüfungen in diesem Leben nicht mit ihrer Aufgabe im zukünftigen Zeitalter in Verbindung bringen. Sie sehen Prüfungen als Angriff gegen sich, anstatt einen notwendigen Prozess, um die Art der Herzensantwort zu entwickeln, für die sie den Siegeskranz bekommen würden. Es mutet fast krankhaft an, über Prüfungen Freude zu empfinden, wenn man nicht die Ewigkeit im Blick hat.
Viele Prüfungen werden deine Umstände nicht verbessern
Viele Prüfungen sind nicht dafür gedacht, deine Umstände in diesem Leben zu verbessern. Manchmal verbessern Prüfungen die folgenden Jahrzehnte deines Erdenlebens ein wenig. Aber in 99 % der Fälle läuft es nicht so. Wenn wir also Prüfungen nur auf die unmittelbar darauffolgende Verbesserung unserer Umstände beziehen, geraten wir in vollkommene Verwirrung und werden möglicherweise wütend auf Gott und halten ihn für einen Lügner. Wir denken, er macht Unterschiede und hat seine Lieblinge. Aber eigentlich hat er nie versprochen, dass Prüfungen die Umstände in diesem Leben angenehmer machen, sondern im zukünftigen Zeitalter, aber nur dann, wenn wir auf die Prüfungen mit unserem Herzen richtig reagieren.
Prüfungen sind Ausdauertraining
Wenn Jakobus sagt, wir sollen es als pure Freude werten, wenn wir geprüft werden, meint er damit die Tatsache, dass Festigkeit und Ausdauer nur unter Druck ausgebildet werden. Es gibt viele Analogien, die diese Tatsache nachweisen. Eine Raupe wird ohne Kampf kein Schmetterling. Gold muss die Hitze des Feuers aushalten, um rein zu werden und unter dem Hammer werden Unreinheiten ausgeklopft. Die Bibel macht keinen Hehl daraus, dass es in unserem Leben allein darum geht, Veränderungen des Herzens zu bewirken, nicht unbedingt unserer äußeren Umstände. Du wirst nicht mit Leichtigkeit eine reiche und gesalbte Frau Gottes, die die Massen begeistert. Viele christliche junge Leute vergeuden ihre Zeit und meinen, in 20 Jahren werden sie die Geschichte der Christenheit beeinflussen. Ja, es wird einige davon geben, aber die große Mehrheit kommt nicht einmal in ihre Berufung hinein. Gott hat sie gerufen, sich vorzubereiten, treu zu sein in diesem Zeitalter mit Blick auf ihre Aufgabe im zukünftigen Zeitalter. Natürlich ist die Hauptvision unseres Lebens die, den HERRN zu lieben für den, der Er ist und auch in dieser Aufgabe versagen die die meisten. Theoretisch haben wir das vor, aber wir verfolgen dieses Ziel nicht konstant mit aller Kraft über Jahrzehnte hinweg.
Trainiere deine Glaubensmuskeln
Du sollst Prüfungen auch nicht suchen oder dafür beten - sie werden dich so oder so finden. Und obwohl du einigen dieser Prüfungen auch widerstehen sollst, weil sie vom Satan kommen, wird doch das Glaubensmuskeltraining deinen Geist stärken, wenn du es mit der richtigen Haltung und richtigem Verständnis tust. Du kannst Prüfungen nicht als Freude erachten, wenn du nicht den Test deines Glaubens wie ein Krafttraining betrachtest. Es ist so, als ob du tagein tagaus auf Glaubenszuwachs bezogene Hunderte von Liegestützen und Sit-ups und Kraftübungen machst.
Jakobus fragt in dieser Passage indirekt: Weißt du eigentlich, dass dein Glaube Ausdauer in deinem Charakter hervorbringt, wenn er jeden Tag Liegestützen macht? (Hier steht in einigen Übersetzungen Geduld, aber in den meisten anderen steht Ausdauer, Durchhaltevermögen). Ohne Ausdauer wird dein Leben nicht reifen und zu einem vollkommenen Werk der Gnade Gottes werden (hier steht für „vollkommen“ das Wort „reif“).
Dein Ziel in diesem Zeitalter ist, in nichts Mangel zu haben
Dein Ziel in diesem Zeitalter ist, keinen Mangel zu haben an Gehorsam in den Hauptbereichen deines Lebens. Du sollst keine ungelösten Problembereiche haben, wenn du vor dem HERRN stehst. Setze alles daran, die Dinge vorher zu bearbeiten. Das ist das ausdrückliche Ziel für jeden, der Weisheit hat. Ich frage dich: Ist das dein Ziel?
Einige Menschen leben 20 oder 30 Jahre auf der Erde. Mose sagte, das Leben währt 70 Jahre und wenn es hoch kommt 80. Eine deiner Hauptaufgaben ist, die Streitpunkte in deinem Herzen zu konfrontieren und zu lösen in Gehorsam und Glauben und mit Fleiß und Wachsamkeit und dein Leben vorbereitet zu haben, es dem HERRN so präsentieren zu können, dass du an nichts Mangel hast. Es darf kein Gebiet übrig bleiben, in dem Du Gott widerstehst und „nein“ sagst zum Heiligen Geist, sondern es durchziehst bis zum Ende.
Sei rigoros
Wir reden hier nicht von sündloser Perfektion. Aber wir reden davon, rigoros zu sein mit unseren Augen, unserer Sprache, der Verwendung unserer Zeit und von unserer Dienstbereitschaft im Verborgenen, wo wir keine Beachtung und Anerkennung für unser Dienen bekommen. Dazu gehören auch die Verwendung unseres Geldes und der Gebrauch unserer Worte. Der HERR wird jeden einzelnen von uns beurteilen am letzten Tag. Als Hirte möchte ich dich eindringlich auffordern, es zu deinem Ziel zu machen, vor dem Richterstuhl Gottes zu stehen, ohne an irgendetwas Mangel zu haben in diesen Gebieten. Sieh zu, dass es keine unerledigten Punkte gibt, die du nicht über Jahre hinweg unter die Herrschaft Jesu gebracht hast. Es geht nicht darum, die Leiter deiner Gemeinde zu beeindrucken, sondern dein Ziel ist, dass du vor dem Richterstuhl Gottes zu stehst und deine Aufgabe in Empfang nehmen kannst .
Das Ziel ist, in nichts Mangel zu haben
Jakobus hat nicht etwa das Thema gewechselt, wenn er in Jak.1,5 sagt: „Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt...“ Er redet von Weisheit bezüglich deiner Prüfungen. In anderen Worten sagt er: „Wenn dir geistliche Weisheit fehlt bezüglich deiner Prüfungen, dann frage Gott und er wird dir Einsicht geben. Dieser Rat bezieht sich auf deine Vorbereitung auf den Richterstuhl Christi. Nichts ist wichtiger für dich als vor Gott zu stehen und in nichts Mangel zu haben. Es soll kein Gebiet deines Lebens geben, das du nicht mit aggressivem Einsatz Gottes Herrschaft unterstellt hast. Es spielt keine Rolle, ob die Menschen um dich herum das tun oder nicht. Gott wird dich evaluieren, wenn du vor ihm stehst. Er wird zu mir nicht sagen: „Mike Bickle, komm mal her! Du hattest ein bisschen mehr Energie als einige der anderen, mit denen du zusammen warst“, sondern er wird sagen: „Mike, lass uns mal über deine Augen reden, über dein Geld, deine Zeit, deine Worte, deine Motive, dein Dienen ohne Anerkennung zu kriegen. Lass uns das besprechen, denn ich will dir eine Aufgabe zuweisen im zukünftigen Zeitalter. Ich muss wissen, ob ich zustimmen kann, dir die Krone zu geben, bevor ich sie dir aushändige. Ich habe dir X Jahre gegeben auf der Erde, ich habe dir das Wort Gottes gegeben, göttliche Freunde, eine gesalbte Atmosphäre mit Sängern und Musikern. Hast du getan, was ich dir aufgetragen habe, nämlich das Ziel zu erreichen, dein Leben zu Ende zu bringen ohne an irgendetwas Mangel zu haben?“
Mt. 12,36: Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts.
Es darf kein Gebiet geben, das du auf die Seite geschoben hast. Jegliche Unmoral, Pornographie, jede visuelle Unreinheit muss völlig verschwunden sein, jede noch so kleine Unehrlichkeit oder jeder Mangel an Gehorsam in Finanzen. 100 % deiner Finanzen müssen wahrhaft unter der Herrschaft des HERRN sein, jedes deiner Worte, jeder deiner Nachmittage, jeder deiner Morgen und Abende. Wir werden nicht vor dem HERRN stehen und versuchen, herauszufinden, ob wir in die Hölle oder den Himmel kommen. Wir haben bereits das Geschenk der Gerechtigkeit erhalten und sind in die Stadt hineingekommen. Das ist nicht die Frage. Er fragt, um zu sehen, ob wir würdig sind, eine Krone zu erhalten oder das, was Paulus den „Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben“ nennt.
Der Preis der Berufung Gottes nach oben
Phil. 3,13-16: Brüder, ich denke von mir selbst nicht, es ergriffen zu haben; eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus. So viele nun vollkommen sind, lasst uns darauf bedacht sein! Und wenn ihr in irgendetwas anders denkt, so wird euch Gott auch dies offenbaren. Doch wozu wir gelangt sind, zu dem lasst uns auch halten!
Paulus begehrte diesen Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben. Das ist die Krone der Gerechtigkeit, die Krone des Lebens und die Krone der Herrlichkeit – drei Bezeichnungen für ein und dasselbe. Das Leben und die Herrlichkeit Gottes sind dasselbe, die Fähigkeit, es zu erleben und es dann im ewigen Reich weiterzugeben.
Der Preis ist, in die Fülle dessen zu kommen, was Gott für dich vorgesehen hat
Geliebte, ich möchte nicht vor dem HERRN stehen und hören, wie er sagt: „Mike, ich hatte so viel mehr geplant für dich, aber ich konnte dich nicht dazu bringen, fleißig und treu mir gegenüber zu bleiben. Ja, du hattest den Ruf, sehr fleißig zu sein. Du hattest den Ruf, leidenschaftlich zu sein. Ich rede jetzt nicht über das, was andere gesagt haben. Aber ich konnte dich nicht beständig machen, als niemand zuschaute. Daher habe ich zwar gute Dinge für dich, aber ich hatte mehr für dich geplant gehabt.“ Der Preis ist die Fähigkeit, durch die Gnade Gottes in das hineinzukommen, was Gott für dich vorgesehen hat. Hast du überhaupt eine Vision von dem Leben nach diesem Zeitalter? Oder gehst du ins Grab und fängst erst dort an, dich auf den Namen Jesu zu berufen? Ja, es wird dich tatsächlich in die ewige Stadt hineinbringen. Aber die ewige Stadt ist eine riesige Stadt, ein Imperium, das für immer besteht. Ich möchte die Fülle dessen erreichen, was Gott für mich hat.
Jage dem Siegespreis nach
Schau dir mal diese interessante Passage in Philipper 3 an.
Phil. 3,10-11: ... um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen, indem ich seinem Tod gleich werde, ob ich irgendwie hingelangen möge zur Auferstehung aus den Toten.
Was bedeutet „ob ich irgendwie hingelangen möge?“ Paulus spricht hier nicht über wiedergeboren werden. Er sagt hier: „Ich habe es noch nicht erreicht. Ich bin noch nicht vollkommen, ich habe mein Rennen noch nicht beendet mit dem Stempel des HERRN: Beendet und Bestätigt! Ich bin noch nicht zur vollen Kapazität meiner Berufung in der Auferstehung gelangt, aber ich jage ihr nach. Ich möchte das erreichen, was Jesus für mich vorgesehen hat.
Phil.3, 12: nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage ihm aber nach, ob ich es auch ergreifen möge, weil ich auch von Christus Jesus ergriffen bin.
Weißt du eigentlich, dass Jesus dich ergriffen hat mit einem Plan im Sinn? Jesus hat dich in die Ecke gedrängt, in einen Hinterhalt gelockt, dich mit dem Rücken zur Wand gestellt, so dass du nicht mehr davonlaufen konntest. Und dann sagtest du: „Ja, ich liebe dich!“ Und dann erzählst du deine Geschichte, wie du den HERRN gesucht hast. Dabei hört sich Gottes Version ganz anders an: „O, ich jagte dich, und trieb dich in die Enge. Erzähle, was du willst, aber ganz so war es nicht!“ Hast du dir schon einmal klargemacht, dass Gott dich ergriffen hat, nicht nur für eine Aufgabe, für mehr als eine Aufgabe – um dir für immer einen Platz in seinem Reich zuzuweisen? Gott hatte einen Platz in seinem Reich im Sinn, als er dich ergriff. Und Paulus sagte: „Ich werde das ergreifen, was immer es ist!“ Es gibt nur einen Weg, das zu ergreifen: durch Treue (Glauben), durch Sanftmut, durch Gehorsam.
Deine Berufung hat nichts mit deinen Gaben zu tun, sondern mit deinem verborgenen Leben
Du brauchst von niemandem auf der Erde erkannt zu werden. Du brauchst überhaupt keine Gaben, keine Fähigkeiten, kein Profil, keinen Dienst zu haben und trotzdem kannst du eine der höchsten Berufungen haben in der Ewigkeit. Denn deine Berufung auf der anderen Seite hat nichts mit deinem Profil oder deinen Gaben hier zu tun. Die unbekannteste, unbedeutendste, fast vergessene Person, die so gut wie keine Gaben hat, kann die höchste Funktion bekleiden im zukünftigen Zeitalter. Deine Aufgabe basiert zu 100 % auf der Gnade Gottes und deiner Antwort darauf, in Treue und Sanftmut zu reagieren und es kommt darauf an, ob du es bis zum Ende durchgezogen hast. Du musst es zu Ende geführt haben, musst dem Vorsatz treu geblieben sein. Hast du es durchgezogen in den verborgenen Bereichen deines Herzens? Du tust Dinge nicht, damit Menschen dich anschauen können und sagen: „Mann, du bist total hingegeben!“ Es hat nichts damit zu tun, was du tust, wenn Menschen dich sehen. Es kann sein, dass es ihnen auffällt, das ist auch ok. Aber dass die anderen es merken, bringt dir gar nichts. Vielleicht bringt es dir eine Beförderung hier in diesem Leben, aber dahin, wo du gehst, bringt es dir überhaupt nichts.
Strecke dich aus nach dem, was vor dir liegt
Paulus sagt, er hat es noch nicht ergriffen, aber er jagt ihm nach. Jagst du dem Siegespreis nach mit der Vision, das zu ergreifen, wofür Gott dich ergriffen hat?
Phil.3, 13: Brüder, ich denke von mir selbst nicht, es ergriffen zu haben; eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.
Hier ist Paulus am Ende seines Lebens und schreibt den Philippern: „Ich habe es noch nicht ergriffen!“ Man fragt sich hier, wohinter er her ist, das er noch nicht hat? Möchte er einen apostolischen Dienst? Den hat er bereits! Will er gesalbt sein? Er ist es schon. Will er die Bibel schreiben? Er hat bereits das halbe Neue Testament geschrieben. Was ist es, das er noch nicht wahrgenommen hat? Braucht er Heilsgewissheit? Was manche Kommentatoren hierüber schreiben, ist haarsträubend, z. B. Paulus sei nicht sicher gewesen, ob er wiedergeboren war. Nein, ganz bestimmt wusste er, dass er das war. Er hatte eine Vision von seiner Aufgabe im zukünftigen Zeitalter.
Paulus sagt, dass er sich ausstreckt nach den Dingen, die vor ihm liegen. Er schreibt den Brief an die Philipper in einer römischen Gefängniszelle und wird sehr bald sterben. In dieser Situation sagt er: „Ich jage nach dem, was auf der anderen Seite des Lebens ist, das meine Vorstellung und meinen Verstand schon gefüllt hat. Ich weiß noch nicht ganz genau, was ich da tun werde.“ Ich sage nicht, dass der Herr dir ganz genau sagen wird, du wirst diese oder jene Aufgabe haben, aber du solltest bestrebt sein, in die Fülle deiner Bestimmung hineinzukommen. Das hat zu tun mit deinen Reaktionen in diesem Zeitalter.
Vergleiche dich mit dem Wort Gottes und dir selbst
In unserer Nation ist das ein großes Problem. Wir haben so viel Irreführung über die Vorstellung, was ein „on-fire“-Christ ist. Doch die Allerfeurigsten in unserem Land kommen niemals heran an die Heiligen der Geschichte oder der Untergrundkirchen in Asien im Punkt Fleiß und Disziplin. Wir vergleichen uns mit uns selbst und werden getröstet, aber es ist ein falscher Trost. Wir müssen uns mit dem Wort Gottes vergleichen. Ich möchte nicht eifriger als du sein. Ich möchte eifriger sein, als ich gestern war. Mein Standard ist das Wort Gottes, nicht mehr als jemand zu sein. Denn Du bist nicht der Richter. Du darfst nicht mitbestimmen, wenn ich vor dem HERRN stehe. Vor einiger Zeit meinte ein Bruder zu mir: „Mensch, das brauchst du doch nicht zu tun. Nimm doch einfach Gnade und bleibe in Frieden. Mach dir keine Sorgen darüber.“ Ich sagte zu ihm: „Wenn Dir erlaubt wird, über mich zu bestimmen am Richterstuhl Gottes, dann höre ich auf deinen Rat! Wenn nicht, vielen Dank, dass Du dich um mich Gedanken machst. Aber ich gehe vorwärts! Wenn du mir versichern kannst, dass deine Stimme zählt, werde ich wirklich auf dich hören, aber ich glaube nicht, dass deine Stimme zählt. Ich schätze deine Gefühle, aber sie sind eingeweicht in der Passivität der westlichen Kultur. Also, nein, danke!“
Zurück zu Phil. 3,14. Und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus (King James Übersetzung: I press toward the mark for the prize of the high calling of God in Christ Jesus).
Die Berufung Gottes nach oben
Wusstest Du, dass du eine Berufung nach oben hast? Einen himmlischen Ruf? Und der Siegespreis ist, dass du in das hineinkommst, was Gott für dich bestimmt hat. Das ist der große Preis deines Lebens, dass du eintrittst in die Berufung Gottes nach oben. Die höchste Berufung, die Gott für dich hat, ist die ewige himmlische Berufung, auch „die Berufung Gottes nach oben“ genannt. Den Siegespreis werden wenige erlangen – ich glaube, es werden Millionen sein, was eine kleine Zahl ist gegenüber den Billionen Gläubigen. Ich möchte den Preis bekommen mitten in meiner Zerbrochenheit und in meiner Schwachheit. Jede einzelne Frau oder Mann, die / der diesen Siegespreis bekommt, hat ein zerbrochenes und schwaches Leben. Es geht nicht um sündlose Vollkommenheit. Es geht um harten Einsatz für Gott in Ehrlichkeit in jedem Bereich des Herzens. Wir werden eines Tages sehen, dass der Apostel Paulus und König David so schwach wie wir waren.
Hast du die Vision, den höchsten Preis der ewigen Berufung deines Lebens zu bekommen, der eindeutig jenseits dieses Zeitalters bereitliegt? Paulus befand sich kurz vor seinem Tod, als er den Philipperbrief schrieb. Und er drängte vorwärts nach einer Berufung. Da er das halbe Neue Testament geschrieben hat, kann er hier nicht über seine Berufung in diesem Leben gesprochen haben.
Das menschliche Leben ist ein Wettlauf, aber nur ein Lebensstil gewinnt den Siegespreis
Paulus vergleicht das menschliche Leben mit einem Wettlauf:
1.Kor.9,24: Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt!
Paulus macht hier zwar eine Analogie, aber er sagt nicht, dass du den Preis erringen sollst und der andere neben dir nicht. Es geht hier nicht darum, wer die Gold- und wer die Silbermedaille bekommt. Paulus meint hier nicht, eine einzige Person wird den Preis gewinnen, sondern nur ein bestimmter Lebensstil wird ihn gewinnen. Diese Art von Lebensstil findet man selten in unserm Land. Ich sage das nicht, um unser Land oder unser Gemeinden schlecht zu machen. Ich liebe unsere Nation und den Leib Christi. Aber ich möchte nicht getäuscht und eingeschläfert werden, wenn ich um mich herum schaue. Denn es gibt nur eine einzige Lebensweise, die gewinnt, eine einzige! Hier geht es um den Siegespreis, nicht um die Wiedergeburt.
Lebensstil: Enthaltsam in allem
Paulus rät: Laufe so, dass du den Siegespreis erlangst! Es gibt eine ungewöhnliche und eine gewöhnliche Art zu laufen. Durch die gewöhnliche Laufart bekommst du den Preis nicht. Man muss auf eine bestimmte Art und Weise rennen. Paulus erklärt dann diese Lebensweise näher.
1.Kor. 9,25: Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt; sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde.
Jeder Marathonläufer lebt enthaltsam in allem, in allem! Er ist maßvoll. Ich habe einige bemerkenswerte Athleten gekannt, die so beherrscht und diszipliniert lebten in dem, was sie aßen und mit ihrer Zeiteinteilung. Sie waren rigoros bezügliche ihrer Terminplanung und was sie ihrem Körper zuführten. In allem, was sie taten, in jedem Bereich ihres Lebens kalkulierten sie genau, weil sie die Goldmedaille gewinnen wollten. Der Wettkämpfer ist enthaltsam in allem und ich frage dich: Bist du dir bewusst, dass du in einem Rennen läufst? Denn du läufst tatsächlich in einem Wettlauf. Bist du enthaltsam mit deinen Geldausgaben und deiner Zeit? Bist du diszipliniert in deinen Worten? Bist du zurückhaltend in dem, was du tust oder was du nicht tust? Wenn nicht, dann rennst du nicht so, dass du den Preis gewinnst. Es gibt nur eine Art, wie man den Siegespreis gewinnt, nämlich durch die Lebensweise der Mäßigung und der Einschränkung.
Lebe fokussiert und nicht wie ins Ungewisse
Paulus fährt fort (1.Kor.9,26): Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; Paulus läuft nicht mit Unsicherheit. Rennst du ins Ungewisse? Lebst du dein Leben ohne einen klaren Fokus und ohne klare Vision über deine Zukunft? Der Apostel Paulus hatte einen bestimmten klaren Fokus: Er wollte in die Berufung Gottes nach oben kommen. Er nahm das Leben nicht, wie es gerade kam und vertraute nicht der Souveränität Gottes auf falsche Art und Weise. Paulus sagte: „Ich laufe fokussiert“, (das Gegenteil von ungewiss). Ich weiß, was ich will, nämlich den Siegespreis der Berufung nach oben, das höchste, das Gott für ihn vorgesehen hatte im zukünftigen Zeitalter. Das hatte er ständig vor Augen.
Diszipliniere deinen Körper
In Vers 27 sagt Paulus ganz klar, wie es geht: „Ich diszipliniere meinen Leib!“ Das ist derselbe Gedanke wie in Vers 24, wo er von Mäßigung spricht. Er sagt: „Ich zügle meinen Körper und bringe ihn in Unterordnung!“ Warum? „Damit ich nicht unter der Salbung anderen predige und vom Preis disqualifiziert werde.“ Er sagt sich: „Ich kann disqualifiziert werden! Es gibt keine Garantie, dass ich den Siegespreis bekomme, es sei denn ich laufe das Rennen sorgfältig. Ich muss es zu Ende bringen.“
Ist dir bewusst, dass Paulus als reifer Apostel den Wettlauf mit Disziplin und Wachsamkeit zu Ende bringen wollte, damit er nicht disqualifiziert wurde kurz vor dem Ziel, das er hatte? Er wollte seinen Siegespreis erlangen.
An der Ziellinie angekommen, liegt der Siegeskranz bereit
Lasst uns 2. Timotheus 4 anschauen. Paulus war im Gefängnis und schrieb an Timotheus. In Kürze würde er sterben, vielleicht in einigen Wochen oder Monaten, wer weiß! Er bat Timotheus, schnell zu ihm zu kommen. Wir wissen nicht, ob das noch geklappt hat. In Vers 6 sagt er, dass er sich bereit macht, ein Martyrer zu werden. Denn ich werde schon als Trankopfer gesprengt, und die Zeit meines Abscheidens steht bevor. Die Zeit des Abscheidens bedeutet sein Tod.
2. Tim. 4, 7-8: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.
Paulus sagt hier: „Ich habe den guten Kampf gekämpft und den Wettlauf zu Ende gebracht. Ich bin an der Ziellinie angekommen.
… fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir als Belohnung geben wird an jenem Tag; nicht allein aber mir, sondern auch allen, die sein Erscheinen lieb gewonnen haben.
Hier verschwindet die Unsicherheit völlig, über die Paulus zuvor noch gesprochen hatte (nicht dass ich es schon erreicht hätte, ich möchte nicht disqualifiziert werden), und er sagt mit solcher Kühnheit: „Für mich liegt jetzt der Siegeskranz bereit. Ich habe ihn bekommen.“ Irgendwie muss der HERR zu ihm gesprochen haben durch das Zeugnis des Geistes, vielleicht in einem Traum oder sonst irgendwie. Er sprach nicht über die Wiedergeburt, sondern er sagte: „Ich bin am Ziel angelangt und habe die Krone erhalten. Ich habe den Preis gewonnen. Das Rennen ist vorbei. Ich habe es geschafft. Es ist gut. Timotheus, du musst es genauso machen.“



















