Der König und die Braut

Ester 4,14

Denn wenn du zu diesem Zeitpunkt wirklich schweigst, so wird Befreiung und Errettung für die Juden von einem anderen Ort her erstehen. Du aber und das Haus deines Vaters, ihr werdet umkommen. Und wer erkennt, ob du nicht gerade für einen Zeitpunkt wie diesen zur Königswürde gelangt bist.

Ich glaube, dass wir als Volk Gottes zu einem Zeitpunkt in der Geschichte gekommen sind, wo wir die Gelegenheit haben, einen Unterschied auszumachen. Die Scham der Stunde für die Gemeinde Jesu Christi ist, wenn wir einfach zuschauen, wie die Welt zugrunde geht. Gott fordert uns zum Handeln auf.

Im Buch Ester sehen wir unter anderem, wie wichtig es ist, dass ein einzelner Mensch richtig auf das Reden Gottes reagiert. Gott ist nicht abhängig von vielen. Gott ist nur begrenzt durch Menschen, die nichts unternehmen.

Im Buch der Offenbarung sehen wir das Prinzip: Jesus sagt durch einen einzelnen Menschen einer Gemeinde, was die Herausforderung ist und eigentlich auch, was die Lösung ist. Er spricht zu der Gemeinde als Ganzes und im Anschluss daran sagt er zu einem einzelnen: „Wer überwindet, dem werde ich .... geben!“[1]

Gott spricht auch heutzutage zu einer Gemeinde. Aber es kommt auf den einzelnen Menschen an, der zum Herrn Ja sagt. Herausforderungen sind gut für uns. Das Problem ist, dass Christen  so oft Herausforderungen Überforderungen nennen. Sie geben dann auf oder betteln Gott an, etwas zu unternehmen.

Die gute Nachricht in der Bibel ist, dass Gott in Christus bereits etwas unternommen hat. Er hat unseren Feind besiegt. Gott kommt mit seinem Wort, um den Helden in uns zu erwecken. Der Teufel hasst uns, weil er Gott hasst. Es missfällt ihm, dass wir in Gottes Bild geschaffen sind, und das sogar zweimal: bei der Schöpfung und bei der Wiedergeburt. Gottes Plan wurde vor Grundlegung der Welt ausgedacht, bevor der Feind eine Möglichkeit hatte, sich dagegen aufzulehnen. Wir wünschen oft, dass Gott kommt und den Plan des Teufels zerstört. Aber Gott macht es meistens völlig anders.

Im Buch Ester lesen wir von einen Bösewicht und einen bösen Plan, um das ganze Volk Gottes auszurotten. Gott erweckte eine Frau mit Königswürde und brachte sie in eine Position, wo sie die Möglichkeit hatte, heldenhaft zu handeln. Dadurch wurde der Feind gehängt, aber der böse Plan war immer noch da.

Mordechai kam zu Ester und sagte: Und wer erkennt, ob du nicht gerade für einen Zeitpunkt wie diesen zur Königswürde gelangt bist?

Auch wir haben  Königswürde bekommen. Das Neue Testament sagt uns, dass wir sowohl durch das Blut Jesu mit Gott versöhnt sind, als auch zu Königen und Priestern gemacht wurden. Das Wort für „Königswürde“ ist im Hebräischen das Wort „malcut,“ was normalerweise mit „Königreich“ oder „Königtum“ übersetzt wird, denn es spricht nicht nur von einem Ort, sondern auch von dem Recht zu herrschen.

Ester bekam wie wir durch die Gnade des Königs das Recht zu herrschen und königlich zu agieren.  Doch es nützt uns erst dann etwas, wenn wir in der Herausforderung der Stunde die Initiative ergreifen und etwas unternehmen in dem Namen des Herrn. Gott gab uns als seine Braut das Recht zu herrschen. Der Ruf zur Braut ergeht an alle. Aber nicht jeder reagiert darauf.

Das Neue Testament spricht in 1.Petr.2 davon, dass wir aus der Finsternis berufen sind in sein herrliches Licht als ein königliches Priestertum, eine heilige Nation[2]. Dieselbe Verheißung wurde dem Volk Israel gegeben, als es aus Ägypten kam. Gott hatte zu ihnen gesagt: „Ich habe euch zu einem Volk von Priestern gemacht,“[3] aber das gefiel ihnen nicht. Sie wollten, dass jemand anders Gott für sie anbetet. Als Gott zu ihnen gesprochen hatte, sagten sie: „Es macht uns Angst! Mose soll zu Gott für uns gehen. Mose soll Gott fragen, was er will und wir werden es tun!“[4] Darum erweckte Gott das levitische Priestertum nach der Ordnung Aarons. Als Mose fragte: „Wer ist auf der Seite des Herrn?“[5] da kam der Stamm Levi. Somit war er die Priesterschaft. Er vertrat das Volk Gottes in der Gegenwart des Herrn.

Manche Christen wollen im Alten Bund leben. Aber wir neutestamentliche Christen brauchen keinen Mittler mehr. Wir können mit Gott direkt kommunizieren. Der Ruf für die Braut ist an das ganze Volk Gottes gerichtet. Aber nur dem, der darauf reagiert, gibt Gott Gelegenheit, an seinem herrlichen Plan mitzuarbeiten. Es liegt an uns, ob wir sagen: „Ja!“ oder „Noch nicht!“

Gott hatte für Ester seinen Teil getan, indem er sie erweckte. Sie hätte jederzeit zurücktreten können. Aber sie ging weiter.

Ester 2,17: Und der König gewann Ester lieb, mehr als alle Frauen, und sie erlangte Gunst und Gnade vor ihm, mehr als all die anderen Jungfrauen.....

Sehr oft hören wir: Gott liebt alle Menschen gleich. Aber in einer gewissen Weise ist das nicht wahr. Jeder Christ ist verantwortlich vor Gott, in Liebe mit allen Menschen umzugehen, aber es gibt Menschen, die wir mehr als andere lieben, zum Beispiel unseren Ehepartner. So ist es auch bei Gott mit seinem Volk. Er liebt die ganze Welt. Aber mit uns hat er einen Bund. Mit uns hat er eine ganz andere Beziehung als zu der Welt. Gott lädt alle Menschen ein, in diesen Bund hineinzukommen. Und wer in diesem Bund ist, genießt tatsächlich diese besondere Liebe, die Gott zu seinem Volk hat. Er ist gewaschen mit dem Blut Jesu, geboren aus dem Geist Gottes und gerufen aus der Finsternis in sein herrliches Licht. Gott liebt uns mit einer unbeschreiblichen Liebe, einer Leidenschaft, Treue und Hingabe.

Die Bibel sagt an einer Stelle: „Gott hat einen fröhlichen Geber lieb.“[6] Das zeigt, dass es bestimmte Dinge gibt, die das Herz Gottes erfreuen. Es geht hier nicht um Gesetzeswerke. Wir können nicht die Gunst Gottes verdienen. Aber wir Menschen können das Herz Gottes erfreuen. Wir sind in Gottes Augen so wichtig, dass er den Lauf der Geschichte geändert hat, um uns zu erreichen. Gott schuf und errettete uns aus einer besonderen Freude heraus, weil er weiß, was er auf dem Herzen hat. Wir sind in der Lage, Gott eine Freude zu machen und können sein Herz berauben. Im Hohelied sagt der König zu dem Mädchen: „Schau mich nicht an, denn du hast mein Herz gestohlen, du hast mich verwirrt.“[7]  Bei Verliebten ist eine geheimnisvolle Kraft im Spiel. Das Ende vom Hohelied ist nicht nur, dass der König und die Braut miteinander in Liebe leben, sondern dass die Braut völlig identifiziert ist mit seinem Anliegen und seiner Mission.

Gott gab sein Allerbestes, nämlich seinen Sohn. Dieser gab sein Leben an einem brutalen Kreuz in den Tod hinein, stand von den Toten auf,  und sagte, bevor er weg ging: „Jetzt seid ihr dran!“  Er traut uns viel zu.

 Im Buch Ester gab es diesen bösen Plan, der entlarvt wurde und Haman, der Feind, wurde an demselben Galgen gehängt, den er für Mordechai aufgestellt hatte. Er hatte eigentlich Mordechai und alle Juden vernichten wollen. Doch dann kam Ester in die Gegenwart des Königs.

Ester 5,1:

Und es geschah am dritten Tag, da kleidete sich Ester königlich und trat in den inneren Hof des Königshauses, dem Haus des Königs gegenüber.

Ester kam in königlichen Gewändern, nicht in einfacher Kleidung. Im übertragenen Sinn heißt das, sie kam gemäß der Position, die sie besaß.

Auch wir kommen nicht „in Lumpen“ als alte Würmer oder erbärmliche Sünder vor Gott, sondern königlich bekleidet. Wir kommen in den Kleidern der Gerechtigkeit, die Gott uns geschenkt hat, in der königlichen Würde, die wir in Christus haben als neue Schöpfung. Wir haben Christus angezogen. Paulus spricht davon und sagt: „Zieht Christus an.[8] Im Neuen Testament werden wir nie „begnadigte Sünder“ genannt, sondern „Heilige!“ Wir sind Menschen, die schon geheiligt und für Gottes Absichten ausgesondert sind.

Esther ging, nachdem Haman gehängt war, nochmals zum König und flehte ihn an, dass er etwas unternehmen sollte, um den Plan, die Juden zu vernichten, zu stoppen. Da gab der König Esther eine interessante Antwort, und zwar sagte er: „Nein! Ich habe euch den Siegelring gegeben.“

Esther 8,8:

Ihr aber, schreibt ihr nun, was die Juden betrifft, im Namen des Königs, wie ihr es für gut haltet, und versiegelt es mit dem Siegelring des Königs.

Was für ein Vorrecht und was für eine Verantwortung hatte Ester!

Und auch wir haben in der Tat eine „hohe Berufung.“ Gott sagt zu uns: „Ich habe den Feind besiegt und habe euch Autorität gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und über die ganze Macht des Feindes.[9] Unser Siegelring ist der Name Jesu! Der Teufel kann uns nur belügen und berauben, wenn wir es zulassen, aber er hat keine Macht und keine Autorität mehr über uns, sondern wir über ihn.

Zu Jesu Zeit gingen 70 Jünger in seinem Namen hinaus und trieben Dämonen aus. Als sie  zu Jesus zurück kamen, sagten sie voller Begeisterung: „Die Dämonen sind uns untertan!“ Aber Jesus hatte zuvor gesagt: „Ich schaute den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.[10] Als sie diesen Dienst ausübten und die Autorität des Reiches Gottes ausführten, war das ein Schlag für den Feind.

Auch wir können dem Feind einen Schlag versetzen. Wir haben die Wahl, ob wir uns selbst anschauen und darüber reden, was für eine kleine Schar wir sind und dass wir die kleinsten in unserer Familie sind. Und wir können uns fragen, wie das gehen soll. Aber Gott ist nicht beeindruckt von unseren Entschuldigungen. Das sieht man bei Gideon.[11] Wir können aber auch sagen: „Ich bin ein kleiner Mensch, aber ich habe einen großen Gott. Und ich habe die Möglichkeit, etwas zu bewirken in dieser Welt.“

Der König hatte den Juden die Autorität gegeben, sich zu verteidigen. Soviel wir wissen, kam dabei kein einziger Jude um. Aber sie kämpften. Es lief nicht so, das der König souverän eingegriffen und gesagt hat: „Der Plan hört ab sofort auf.“ Nein, der Plan ging weiter und der König gab Autorität und ein Schwert. Und sie konnten etwas dagegen unternehmen, aber sie mussten es selbst tun.

Auch wir haben von Gott eine königliche Position bekommen, allein aus seiner Gnade und Güte, ohne Verdienst. Auch wir haben Gunst  und Wohlgefallen gefunden in seinen Augen. Doch auch unser Feind ist noch auf dem Plan und versucht zu stehlen, zu töten und zu zerstören. Jesus aber sagte: „Ich aber bin gekommen, dass sie Leben haben, und das im Überfluss.“[12] Wozu brauchen wir Leben? Paulus gibt uns die Antwort. Er sagt: „Wer den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfängt, wird im Leben herrschen.“[13]  Wir sind Könige und Priester. Wir empfangen den Überfluss der Gnade um zu herrschen.

Genauso wie Mordechai Ester gerufen hat, ihren Stand einzunehmen und ihre Autorität als Königin zu benutzen, um einen Unterschied in dem Zeitpunkt der Geschichte auszumachen, so ruft Gott Christen dieser Generation zu: Steht auf, empfangt den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit und herrscht in euerem Leben. Zieht königliche Gewänder an und kommt vor den König!

Auf jedem von uns gemeinsam und als Individuen liegt eine Berufung im Angesicht des feindlichen Zerstörungsplans, das Schwert und den Siegelring zu nehmen. Also fürchten wir uns nicht, denn Gott ist mit uns. Was sollen wir hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?[14] Ganz egal, wer gegen uns ist, Gott ist für uns. Stehen wir auf und sprechen in der Gnade und der Kraft des Heiligen Geistes mit unserem Mund aus, was wir für gut halten.

Religion sagt: „Gott sagt, was getan werden muss und wir tun es nur.“ Doch bei Jesus lief es anders. Eine Frau sagte: „Wenn ich nur den Saum seines Gewandes berühre, werde ich geheilt werden.“[15] Diese Frau bestimmte mit ihrem Mund ohne Aufforderung und ohne Bibelvers für sich selbst, dass und wie sie geheilt werden würde. Sie leitete es selbst in die Wege und sie bekam, was sie gesagt hatte.

Wir können zu Gott so eine Beziehung haben, dass wir beschließen, was wir für richtig halten. Er hat uns dafür eine Versicherung gegeben, nämlich dass wir bitten können, was wir wollen und es wird geschehen, vorausgesetzt, wir bleiben in seinem Wort. [16] Wenn sein Wort unser Herz erfüllt, dann wollen wir den Willen Gottes tun. Wenn wir dann wir etwas beschließen, ist es der königliche Beschluss. Und es wird versiegelt mit seinem Ring. Und er gibt uns sein Schwert. 

Hebe jetzt deine Hände auf zu dem Herrn und sprich laut:

 

[1] Offb. 2:7,11,17,26; Offb. 3:5,12,21

[2] 1.Petr. 2,9

[3] 2 Mos. 19: 5-7

[4] 2 Mos. 20: 19

[5] 2 Mos. 32: 26

[6] 2. Kor. 9,7

[7] Hohel. 6,5

[8] Rö. 13,14

[9] Luk. 10,19

[10] Luk. 10,18

[11] Ri. 6,15

[12] Joh. 10,10

[13] Rö. 5,17

[14] Rö.8,31

[15] Mk.5,28

[16] Joh. 15,7

 
Predigt lesen | Der König und die Braut
Deutsch
English
Français