Mike Chance - Der Geist der Sohnschaft

Hebräer 1,1
Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn...
Dieses Kapitel beginnt mit der Aussage, dass Gott sich auf verschiedene Art und Weise geoffenbart, bzw. gesprochen hatte in den Propheten. Das bedeutet natürlich nicht, dass sein Reden nur auf die Propheten begrenzt war, sondern damit ist das ganze Alte Testament gemeint. Gott hat bis zu Jesus auf verschiedene Art und Weise gesprochen. Er hat sich stückweise geoffenbart. Aber in Jesus hatte Gott sich vollständig und vollkommen geoffenbart. Jesus Christus ist die endgültige Offenbarung. Nach ihm gibt es nichts Neues mehr zu erkennen.
Jesus wunderte sich, wie die Jünger bitten konnten: „Zeige uns den Vater.“ Er erklärte ihnen: „Wenn ihr mich gesehen habt, habt ihr den Vater gesehen!“ (Joh. 14,9) Jesus repräsentiert vollkommen und vollständig, wer Gott ist. Er ist der Vater.
Die ersten Verse des Johannesevangeliums haben sehr viel Ähnlichkeit mit den ersten Versen des Hebräerbriefs. Im Johannesevangelium heißt es: „Im Anfang war das Wort!“ und im Hebräerbrief: „Gott hat gesprochen!“
Joh. 1,1:
Im Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Hier ist Jesus gemeint. Das hier benutzte Wort „logos“ bedeutet nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch das unausgesprochene Wort, also auch das Wort im Herzen. Als Jesus in diese Welt kam, hat er die tiefsten Gedanken Gottes geoffenbart.
Das Gesetz ist auch eine wahre Offenbarung von Gott. Es offenbart auf eine bestimmte Art und Weise seine Gerechtigkeit. Aber als Jesus kam, offenbarte er das Herzstück Gottes. Er demonstrierte in seiner ganzen Person, nicht nur in seinen Worten, wie Gott wirklich ist und die tiefsten Bewegungen, und Überlegungen im Herzen Gottes.
Joh. 1,14:
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Das Wort für „wohnte“ ist das griechische Wort, das benutzt wurde für die Stiftshütte. Ganz bestimmt ist das ein Aspekt dessen, was Johannes zeigen wollte. In Vers 17 sehen wir, dass Johannes einen Vergleich machen wollte:
Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
Hier zeigt er auf, dass das ewige Wort in diese Welt kam, Fleisch und Blut angenommen hatte, ein Mensch wurde genau wie wir und unter uns „zeltete.“ In anderen Worten: es hatte seine Stiftshütte unter uns! Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen. In der Stiftshütte von Mose war die Herrlichkeit Gottes zu sehen. Paulus vergleicht sie später mit der Herrlichkeit des neuen Bundes und er sagt: Diese alte Herrlichkeit war herrlich, aber vergänglich. Die Herrlichkeit des neuen Bundes hingegen ist bleibend.
Der Ausdruck „die Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater“ zeigt uns die Beziehung, die Gott mit uns haben will. Er sagt: „Ich bin der Vater! Und ich bin auch der Sohn!“ Und wir sind geschaffen für diese herrliche Beziehung mit Gott, aber nicht als Sklaven und auch nicht als Knechte! Gott möchte das Joch der Knechtschaft zerstören, damit wir begreifen, dass wir Söhne Gottes sind. Wir sind Erben Gottes, geschaffen in seinem Ebenbild, um ihn zu lieben und um zu offenbaren, wie er wirklich ist. Wir sind aus Gott geboren, um seine Söhne zu sein, und wenn Söhne, dann auch Erben, Miterben Christi, Erben Gottes (Röm. 8,17).
Diese Welt muss eine Offenbarung der Herrlichkeit Gottes bekommen. Sie ist voller Gnade und Wahrheit, das bedeutet weder nur Gnade ohne Wahrheit und auch nicht nur Wahrheit ohne Gnade. Wir wären als Gemeinde viel attraktiver für diese Welt, wenn wir demonstrieren würden, wie Gott wirklich ist und nicht nur bestimmte Aspekte von ihm.
Allein im Johannesevangelium spricht Jesus 55-mal von sich selbst als dem Sohn. Indem er sich als den Sohn vorstellt, beschreibt er auch wer Gott ist, nämlich der Vater. Und Gott wird im Johannesevangelium 111-mal „der Vater“ genannt. Das war revolutionär für die Juden. Inzwischen haben wir 2000 Jahre Kirchengeschichte, in der die Wahrheit unter Schichten der Tradition verborgen ist. Wir sind nicht besser als die Juden, weil auch wir aus den Augen verlieren, wie Gott wirklich ist. Es ist die Zeit für eine neue Offenbarung von Gott und wer er wirklich ist. Er ist der Vater.
Auch Paulus beschreibt ihn als den „Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.“ (1 Eph. 1,3) Die gute Nachricht ist: Der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus ist auch unser Gott und Vater geworden. Wir sind Söhne!
Jesus sagt in Joh. 1,18: Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht.
Der eingeborene Sohn, der aus dem Herzen des Vaters kam, hatte geoffenbart, wie Gott wirklich ist. In dieser Offenbarung hat der Vater auch geoffenbart, wer wir sind. Gott hat zu uns gesprochen in dem Sohn. Gott hatte in Jesus Christus gesagt, wie er sich die Beziehung zwischen uns und ihm vorstellt. Er ist der Vater. Wir sind seine Söhne. Wir sind herzlich willkommen bei ihm. Gott möchte bei jedem von uns das Joch der Sklaverei und der Furcht zerbrechen.
Es gibt eine Furcht Gottes im Sinne von Ehrerbietung und Ehrfurcht. Diese Furcht Gottes äußert sich darin, dass wir Gott ernst nehmen, ihn ehren bzw. verehren. Auf keinen Fall sollen wir Angst vor Gott haben, denn Angst ist zerstörerisch und tödlich. Sie ist ein Glaubensmörder, der Motor von Gesetzlichkeit, Versagen und Verdammnis. Aber für die, die in Christus Jesus sind, gibt es keine Verdammnis. (1 Röm. 8,1)
Johannes 17,6: Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.
Das Wort „offenbart“ bedeutet hier „manifestiert“ bzw. „demonstriert.“ Anders ausgedrückt: Gott hat es uns nicht nur gesagt, sondern er hat in seiner Beziehung zu Gott demonstriert, was der Name Gottes ist. Und der Name, den Jesus immer wieder gebraucht hat, ist: VATER!
Das war radikal zu der Zeit, als die Juden nur zu Gott als Gott sprachen. Ja, sie haben das Wort für Gott nicht einmal vollständig geschrieben. Sie haben eine falsche Bescheidenheit und falsche Demut vor Gott demonstriert.
Jesus hingegen kam mit einer Freimütigkeit und einer Zuversicht in seinem Geist und begegnete Gott als Vater. Das hat er demonstriert für uns. Er kam unseretwegen in diese Welt, obwohl er für die ganze Ewigkeit in dem Schoß des Vaters hätte bleiben können. Jesus kam, um uns zu dem ursprünglichen Plan Gottes zurückzuführen.
Was kein Auge gesehen hat, was kein Ohr gehört hat, das hat Gott geplant für die, die ihn lieben (1. Kor. 2,9). Kein Mensch hätte sich in seinen kühnsten Träumen ausdenken können, was Gott geplant hat für die, die ihn lieben. Es geht weit über unsere eigenen Vorstellungen hinaus. Wir sind geschaffen in Gottes Ebenbild, um Teil seiner Familie zu sein. Wir sind sogar aus ihm geboren.
Als Johannes das gesehen hat, sagte er staunend: Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen und wir sind es (Joh. 3,1-2).
Wir nennen uns nicht nur Kinder Gottes, wir sind es auch. Johannes sagt von uns: „Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet.“(Joh. 5,4) In anderen Worten: Wir sind geboren aus dem Überwinder-Gott, haben Überwinder-Leben, Überwinder-Kraft in unseren Genen, eine Überwinder-Natur. Darum können wir Rückschläge erleben und stehen doch wieder auf, denn wir haben das Leben Gottes in uns.
Ein Geist der Angst wird das immer wieder verleugnen. Paulus sagt uns, wie wir diesen Geist der Angst loswerden.
2. Kor. 10,4-5:
Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig für Gott zur Zerstörung von Festungen; so zerstören wir Vernünfteleien und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt,
Paulus sagt das der Gemeinde in Korinth im Zusammenhang mit der Erklärung darüber, wie Gott sich die Beziehung Christi mit der Gemeinde vorstellt, nämlich dass sie wie die Beziehung eines Bräutigams mit seiner Braut sein soll. Darum sind wir aus dem Leben Gottes geboren. Er hat uns in die Familie Gottes integriert, damit wir in alle Ewigkeit mit dem Herrn Jesus Christus vereinigt werden können. Von Paulus erfahren wir, dass der Bräutigam Jesus beim Schall der letzten Posaune erscheinen und uns zu sich hinauf nehmen wird. Wir werden ihm begegnen in der Luft und ab dem Moment werden wir immer bei ihm sein! (1. Thess 4,16-17)
Wenn wir begreifen, wer wir sind und den Geist der Sohnschaft verstehen, dann werden wir auch in der Lage sein aufzustehen und unser Erbteil in Anspruch zu nehmen. Wir werden das gute Land, das vor uns liegt, einnehmen.
Die acht Kundschafter, die geplagt und gefesselt waren mit einem Geist des Unglaubens, haben nur die Riesen gesehen. Sie sagten: „Wir waren wie Heuschrecken in unseren Augen. Und so waren wir auch in ihren Augen!“ (4 Mose 13,33) Wenn wir wie Heuschrecken sind in unseren eigenen Augen und versuchen, demütig zu sein und uns als arme Würmer bezeichnen, dann liegt das gute Land, das Gott uns gegeben hat, brach. Die geistlichen Segnungen, mit denen Christus uns in der Himmelswelt gesegnet hat (1 Eph 1,3), bleiben in der Himmelswelt.
Wenn wir sagen: „Wenn Gott nichts tut, dann wird nichts geschehen,“ ist es kein Wunder, dass nichts geschieht. Zum Beispiel wird Gott sich selbst nie an meiner Stelle anbeten oder das Evangelium predigen. Es gibt bestimmte Dinge, die Gott nicht tun kann. Er wird nicht seinem Wort oder seinen Verheißungen anmeiner Stelle glauben und gehorchen, sondern er gibt mir sein Wort und es ist meine Aufgabe, es im Glauben zu nehmen und zu sagen: „Das gehört mir“ und danach zu handeln.
Mose hatte Wunder getan. Er erkannte Gottes Wege und glaubte Gott. Die Kinder Israels sahen die Werke Gottes auch, aber sie taten sie nicht. Mose tat die Werke Gottes und die Kinder Israels schauten zu. Gott sagte im Buch Josua: „Die Zeit hat sich geändert. Es ist eine neue Zeit in Gott. Dies ist nicht mehr die Mose-Generation. Mose ist tot. Es ist die Zeit, dass das ganze Volk Gott glaubt und aufsteht.“ (Jos 1,1-3)
Es ist nicht mehr die Zeit, nur zuzuschauen, wie die anderen die Werke Gottes tun. Es ist für dich an der Zeit, aufzustehen, dein Land einzunehmen und die Verheißungen Gottes in Anspruch zu nehmen.
Rö.8,15:
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater!“
Der Geist der Knechtschaft führt zur Furcht. Furcht ist nicht das Evangelium. Johannes sagt: Die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. (1 Joh 4,18)Liebe und Furcht können nicht miteinander koexistieren.
Zwar hat Salomo das Leben unter der Sonne als „Nichtigkeit“ beschrieben (Pred. 1.5), aber er spricht von unserem alten Leben ohne Gott. Es gibt nicht nur das Leben unter der Sonne, sondern es gibt auch das Leben unter dem Sohn! In diesem Leben kommen wir in ganz neue Etappen hinein.
Wir haben einen Geist der Sohnschaft empfangen. Und dieser Geist ruft! Er flüstert nicht! Wenn ein Baby aus dem Mutterleib kommt und von dem Arzt begrüßt wird, bekommt es einen Klaps und seine ersten Worte sind laute Schreie! Unser erster Geburtsschrei ist: „Abba, Vater!“
Nachdem Jesus von den Toten auferstanden war, erschien er Maria. Diese hätte Jesus am liebsten festgehalten. Aber Jesus ließ das nicht zu und sagte: „Tue das nicht. Ich bin hier nur auf der Durchreise. Ich gehe zurück zu meinem Vater.“ Und dann sagt er weiter: „Gehe zu Petrus und den anderen und sage: „Ich gehe zu meinem Vater und euerem Vater!“(Joh. 20,17)
Jetzt ist er nicht nur der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Jetzt ist er auch unser Vater, nicht im Sinnbild, sondern wir sind tatsächlich von Gott geboren und wir haben den Geist der Sohnschaft empfangen und wir rufen: „Abba, Vater!“
Jesus hat erstaunliche Dinge über Gebet gesagt. Wenn wir in einem Geist der Sklaverei beten, dann werden wir betteln. Aber wenn wir in einem Geist der Sohnschaft beten, dann werden wir beten wie Söhne, indem wir die Verheißungen Gottes ernst nehmen.
Jesus sagte in Mt. 7,11: Wenn nun Ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!
Bittet, und es wir euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden (nicht: so werdet ihr verzweifelt sein), klopft an, und es wird euch geöffnet werden (Mt.7,7).
Jesus lädt uns ein zu einem Geist der Sohnschaft. Wir haben ihn schon empfangen, aber jetzt ist die Zeit, das Joch und den Geist der Sklaverei zu zerstören und das Joch Jesu anzuziehen. Dieses Joch ist sanft und seine Bürde ist leicht.
Öffne gerade jetzt deinen Mund und lass den Strom Gottes in dich hinein fließen. Sprich laut:
- Vater Gott, ich komme zu Dir. Ich habe nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen wieder zur Furcht, sondern ich empfange einen Geist der Sohnschaft.
- Ich bin aus Gott geboren. Ich bin ein Kind Gottes, ein Sohn Gottes.
- Ich bin in dem Königreich des Sohnes.
- Ich bin befreit aus der Macht der Finsternis, versetzt in das Reich des Sohnes.
- Ich bin ein Sohn Gottes mit dem Leben des Sohnes in mir.
- Du bist mein Vater, der Vater meines Herrn Jesus Christus.
- Ich empfange von Dir die Zuversicht, den Geist der Sohnschaft mit Freimütigkeit.
- Ich lege jedes Joch der Sklaverei ab, jedes Joch der Angst, der Furcht, der Schüchternheit und der falschen Bescheidenheit.
- Ich nehme das Joch Jesu auf mich, Jesus nachzufolgen in der Kraft des Heiligen Geistes, nicht im Alten des Buchstabens, nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.
- Ich bin geboren aus Gott. Ich bin ein Überwinder. Meine neue Natur ist zu überwinden. Meine neue Natur ist die Siegesnatur.
- Ich bin frei von der Niederlage.
- Ich empfange eine neue Mentalität, eine neue Gesinnung, die Gesinnung eines Siegers, die Gesinnung eines Sohnes.
Hebräerbrief in Emmental
Infos Jeweils mittwochs am 22. Mai, 29. Mai , 5. Juni 12. Juni, 19. Juni, 26, Juni Die Referate werden aufgenommen und können von den Teilnehmern nachgehört werden, falls nicht alle 20:00-22:00...mehr »
Badischer Wake up Call!
ein überregionales Event, ein Ruf zur Einheit.mehr »
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